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Naseputzen ist tabu

In Asien ist alles etwas anders / Was Touristen wissen müssen

Bangkok (tdt) – Andere Länder, andere Sitten – vor allem in Asien treten Urlauber schnell in Fettnäpfchen. Indonesier beispielsweise schätzen Zurückhaltung - und können westliche Ironie und Kritik nicht verstehen. Ausländer führen über Politik, Entwicklungshilfe und Rassenspannungen am besten keine Gespräche - Indonesiern ist das unangenehm. Bei festlichen Anlässen lässt man den Anzug am besten im Hotel: Mit einem bunten Batikhemd erweist man dem Land sogar seine Reverenz.

In Malaysia ist Hektik allgemein verpönt - und zur Begrüßung führt man die Hände in Umarmung an die Brust. Bestimmte Gesten werden als beleidigend empfunden: Etwa mit dem Zeigefinger auf jemanden zu zeigen oder - noch schlimmer - mit der Faust in die Handfläche zu schlagen. Bei Begrüßungen wartet der Herr, ob die Dame die Hand reicht - wenn nicht, reicht ein Kopfnicken zum Gruß.

Der Filipino wiederum versucht, stets ein „nein“ zu vermeiden - stattdessen sagt er „I will try“. Das ist dann im Grunde genommen aber eine indirekte Absage. Ausländer unterlassen am besten Kritik an der katholischen Kirche und am Lande selbst: Aus Jahrhunderten der Fremdherrschaft heraus hat sich auf den Philippinen ein besonderer Nationalstolz entwickelt.

Singapurs Bewohner sind zu 70 Prozent Chinesen - also sehr abergläubisch. Sie steigen beispielsweise nicht über Hindernisse, sondern laufen um Barrieren herum. Am besten verzichten Urlauber darauf, sich ganz in weiß zu kleiden - es ist die Farbe der Trauer. Touristen verwirren häufig die vielen Feiertage: Das liegt daran, dass in dem Stadtstaat auch Hindus, Moslems und Christen leben - jeder ihrer Feiertage gilt in ganz Singapur.

In Südkorea sollte Besuchern klar sein: Das Land ist nach wie vor sehr konfuzianisch geprägt. Respekt vor dem Alter, das hierarchische System und die Dominanz der Männer werden nicht in Frage gestellt. Passiert einem ein Missgeschick, kann es sein, dass darüber gelacht wird - etwa wenn man stolpert. Es ist aber nur Ausdruck der Hilflosigkeit, weil die Situation so peinlich ist. Wichtig zu wissen: Nasenputzen auf der Straße gehört sich nicht.

Auch Chinesen und Taiwaner sind sehr abergläubisch. Deshalb sind Möbel manchmal seltsam platziert - Stühle oder Tische stehen beispielsweise niemals auf dem Schwanz eines Drachens. Wird man eingeladen, sind zweierlei als Mitbringsel tabu: Blumen und Uhren. Floristen-Kunst gilt als unnütz. Und wer etwa mit einer Swatch den Gastgeber erfreuen will, erschreckt ihn nur: „Zhong“ heißt auf Chinesisch Uhr - und Tod.

In Thailand schließlich werden dreierlei geschätzt: Geduld, Höflichkeit und Bescheidenheit. Geradezu verpönt ist es, laut aufzutreten. Zur Begrüßung werden die Handflächen - mit einer leichten Verbeugung - in Gesichtshöhe zusammengelegt. Berührungen gilt es zu vermeiden - ebenso wie Gespräche über Politik.

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